Urbanisierung gilt als eine der großen globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. In Metropolen auf der ganzen Welt konkurrieren Sozial- und Wohnflächen um den knapper werdenden Raum – so auch in München. Dieser Entwurf erkundet experimentell Möglichkeiten, die Konkurrenz der Nutzungen in eine Symbiose zu überführen. Der Bolzplatz, eine umkämpfte Restfläche im Münchner Glockenbachviertel, sollte bereits vor einigen Jahren mit Wohngebäuden bebaut werden – dies wurde jedoch durch Proteste von Anwohner:innen und Viertelbegeisterten verhindert, die den soziokulturellen Freiraum erhalten wollten. Im Viertel ist nebenan das soziale Wohnprojekt für Geflüchtete, das Bellevue di Monaco, entstanden. Für Mitarbeitende und Betreuende der Einrichtung sind die Mieten in der Nachbarschaft allerdings kaum bezahlbar, die Anfahrten oftmals lang. Das Bolzhaus soll Raum für temporäre Wohngemeinschaften für Sozialarbeitende bieten. Der entstandene Wohnraum ist ganzjährig nutzbar und kann je nach Saison, Wetter und Event durch hydraulische Stützen und ein bespielbares Faltdach eine erweiternde Transformation erfahren. Kurzfristige Wohngemeinschaften oder gemeinschaftliche Events können die Interaktion der verschiedenen Nutzungsgruppen fördern. Ausgehend von einem ON/OFF-Prinzip, entsprechend der beiden primären Nutzungen als Wohngemeinschaft und Bolzplatz, erlaubt das Konzept dabei weitere verschiedene Konfigurationen, die Mischnutzungen ermöglichen.
Leistungen & Projekttyp: Experimentelle Studie, Analyse, Konzeption und Entwurfsplanung
Entstehung: 2018, Akademie der Bildenden Künste München, Studiengang Innenarchitektur
Lehrstuhl: Entwurf und Darstellung, Prof. Katja Knaus, künstlerischer Mitarbeiter Georg Brennecke